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MEIN VOLK LEBT IN TRANSKARPATIEN


Historischer Rückblick eines deutschstämmigen Transkarpaten: Die ersten deutschen Siedlungen haben ihren Anfang in der Zeit vom 12. bis zum 13. Jahrhundert. Als die Stadt Berehowo dem ungarischen König Gejsa II. gehörte, lud er zwischen 1141 und 1162 aus dem Rheingebiet deutsche Siedler hierher ein. Sie wurden allgemein die "Sachsen" genannt.

Sie begannen, sich hier mit dem Weinbau zu beschäftigen und in den Bergen Gold zu gewinnen. In dieser Zeit bekam die Stadt ihren halbsächsischen Namen Beregsas. Nach der großen Verwüstung der transkarpatischen Länder durch mongolische Stämme lud der König Bejla IV. im Jahre 1254 deutsche und italienische Winzer und Kellermeister ein.

Im 16. und 17. Jahrhundert besiedelten Schwaben, Franken, Kärnten und Böhmen Transakarpatien .

Nach dem Erscheinen einer neuen Adelsfamilie, der Familie Schönborn, begann in unserer Gegend am Anfang des 18.Jahrhunderts ein neuer Aufschwung der deutschen Kolonisation. Uber 200 Gewerbetreibende und Spezialisten aus Weinbaugebieten kamen hierher an. Sie besiedelten Dörfer wie Koropez, Beresynka (Birkendorf), Kutschawa, Synjak(Blaubad), Schönborn, Nowe Selo (Erwinsdorf), Pusnjakiwzi, Pawschyno, Palanok (Plankendorf). Später (Ende des 18. Jahrhunderts) wurden neue deutsche Siedlungen in Transkarpatien wie Nimezka Mokra (Deutsch Mokra), Ruska Mokra (Russisch Mokra), Ust-Tschorna (Königsfeld) gegründet.

Der Volkszählung vom Jahre 1846 nach lebten im Osterreichischen Reich in vier Komitaten Transkarpatiens 468.838 Einwohner, von denen 10.351 Personen deutschsprachig waren. Im Jahre 1910 betrug ihre Gesamtzahl bis zu 33.694 Menschen. Bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der damaligen deutschsprachigen Bewohner im Tjatschiw und im Rachiw Kreis wohnte. In der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts lebten die transkarpatischen Deutschen in 82 Ortschaften.

Die Situation hat sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg sehr verändert. Mit dem Machtantritt der Sowjetunion in den Jahren 1944 - 1946 wurden Tausende von transkarpatischen Bewohnern deutscher Herkunft in sowjetische Konzentrationslager interniert, die sich in den weiten Räumen Sibiriens befanden .

Der Volkszählung vom Jahre 1989 nach lebten in Transkarpatien noch 3500 deutschsprachige Einwohner. Die Deutsche Gemeinde der Region hat ihre eigenen Volks- und Wohltätigkeitsorganisationen und führt jährlich traditionelle Festspiele durch. Dazu können die Schüler mit deutscher Muttersprache in den Grund- und Mittelschulen ihre Muttersprache fakultativ erlernen, es gibt einige Vorschulgruppen, in denen der Unterricht auf Deutsch durchgeführt wird, es gibt auch einen Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Uschhorod. Drei Volksklubs für Deutschsprachige wurden in Mukatschiw gegründet, in den Bibliotheken zählt man über 5000 Bücher auf Deutsch. Es wird auch eine Radio- und Fernsehsendung in der deutschen Sprache gesendet.

Die traditionellen Hauptbeschäftigungen der Deutschen und Osterreicher in Transkarpatien waren Forstwirtschaft Holz- und Metallbearbeitung und Möbelherstellung, Töpferei, Brauereiwesen, Stickerei und Herstellung von Kunstblumen.

Die traditionelle Kleidung bestand bei den Frauen aus einem Leibchen, einem engen Rock, einem Brust- und einem Rückentuch, auf dem Kopf trugen sie ein Häubchen; die Männer trugen ein Hemd, kurze Lederhose oder lange Hose, Weste, Halstuch, Gürtel, Strümpfe bis zu den Knien und einen Hut mit einer Feder. Traditionelle Speisen sind verschiedene Wurstarten, Hühnerbrühe, Gemüsesuppe, gebratene Gans, Schweinskopf mit Kraut, verschiedene Mehlspeisen.

Die Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung in Transkarpatien lebt heute in den Ortschaften Uschhorod, Mukatschiw, Chust, Pawschyno, Palanok, Lalowo, Schönborn, Kutschawa, Nimezka Mokra, Ruska Mokra, Ust-Tschorna, Synjak und Dratschyno.

Architekturdenkmäler, die mit der Geschichte der deutschen Bevölkerung der Region verbunden sind, kann man noch heute in vielen Ortschaften Transkarpatiens finden: z.B. gotische Gotteshäuser oder Verwaltungsgebäude mit Elementen deutscher Bauart. Im einzigen Museum für Forstwesen und Flößerei sind viele Elemente des deutschen Forstwesens zu sehen. In vielen Dörfern führt man die Traditionen der sächsischen Metallbearbeitung fort. In der Stadt Mukatschiw lebt noch die Tradition des österreichischen Bierbrauens. Mit Transkarpatien sind die Namen deutscher Gelehrter und Forscher Hermann Bidermann und Eduard Winter, der Dichterin Olga Rischawi eng verbunden. Natürlich muß man auch die bekannte österreichische Adelsfamilie von Schönborn erwähnen, die einen wesentlichen Beitrag zu der Geschichte und Kultur unseres Gebietes geleistet hat.